Episode 4
Andreas und Sandra erkennen schon seit Langem, dass ihre in der Kindheit “erlernten” Verhaltensmuster stark einzementiert sind und immer wieder zu Leid und Streit führen. Auf der Suche nach etwas, das ihnen ermöglicht, aus diesem ewigen Kreislauf auszubrechen, entstand dieses Experiment. Ursprünglich nur für eine Woche geplant, läuft es nun schon mehr als vier Wochen. In dieser Folge erklären Andreas und Sandra, weshalb sie das tun, wie es funktioniert und teilen ihre Erfahrungen damit.
Zusätzliche Infos
So funktioniert das Experiment
Wichtig ist, dass ihr es zeitlich befristet und euch regelmässig darüber austauscht, wie es euch mit dem Experiment geht und welche Erfahrungen ihr damit macht. Eventuell müsst ihr auch mal etwas anpassen.
Kernpunkt ist, dass ihr während des Experiments genau das Gegenteil tut von dem, was ihr eigentlich tun wollt (euer Impuls). Euer Nervensystem hält euch immer im gleichen Verhaltensmuster drin, weil das Sicherheit vermittelt und zugleich leider oft zu Leid führt. Und da ihr was verändern und neue Erfahrungen machen wollt, müsst ihr euch zwingen und euer einzementiertes Verhaltensmuster brechen.
Um zu wissen, was bei euch das Gegenteil ist, müsst ihr zuerst für euch herausfinden, welche Bewegung ihr hauptsächlich macht. Ist es die Hinbewegung oder die Wegbewegung? Am Einfachsten zu erkennen ist dies bei einem Streit. Wer läuft normalerweise davon (auch hinter einer “Mauer” verstecken und schweigen ist davonlaufen) und wer verfolgt den anderen oder versucht als Erstes wieder Frieden herzustellen?
Bsp bei uns: Bei Andreas ist es die Hinbewegung und bei Sandra die Wegbewegung. Deshalb tun wir während des Experiments genau das Gegenteil. Andreas bleibt stehen oder geht weg (in seine Autonomie) und Sandra geht auf Andreas zu, stellt also Nähe her.
Tipps zur Selbstregulation, wenn’s schwierig wird:
Bewusstes Atmen (vor allem Ausatmen)
Kleine Bewegungen (Zum Bsp. mit dem Kopf, den Händen, dem Becken etc.)
Sitzposition verändern
Mehr Distanz herstellen (Stühle rücken, aufstehen, ins Freie gehen etc.) Wichtig: Mit dem Satz “Ich komme wieder.”
Buchtipps:
- Befreiung von Scham und Schuld von Laurence Heller und Angelika Doerne
- Bücher über die Polyvagaltheorie von Stephen Porges
- Der Vagus Schlüssel von Gopal Norbert Klein
- Selbstachtung von Dr. Joe Rubino