Episode 10

Aus einer Dynamik, die es sehr wahrscheinlich in jeder Beziehung gibt, haben wir ein neues Tool entwickelt. Konkret geht es um die Illusion, dass, wenn der Partner:in anders wäre, es keine Probleme in der Beziehung geben würde. (Siehe auch Episode 5

Solche Gedanken machen wir uns regelmässig und im Streit werfen wir uns diese sogar direkt an den Kopf. Verletzungen sind vorprogrammiert. Also haben wir uns jeweils einzeln hingesetzt und aufgeschrieben, wie wir uns den anderen wünschen. Genau diese Wünsche und was wir beim Aufschreiben über uns selbst herausgefunden haben, teilen wir anschliessend mit dem anderen. In dieser Episode seid ihr live mit dabei, wenn wir unsere eigene Übung “Wunsch-Partner:in” das erste Mal durchführen. Resultat: ein weiteres wichtiges Puzzleteil, damit die Liebe wächst. 

Zusätzliche Infos

Anleitung zum Tool “Wunsch-Partner:in”


Was ihr braucht: 

  • Zeitpunkt vereinbaren, an welchem ihr die Übung durchführt
  • Zeit, um für euch individuell vorzubereiten
  • Ruhe, ungestört sein (Handy aus, Kinder raus :-) usw.)
  • bewusste Wahl des Ortes, wo ihr die Übung macht
  • ev. etwas zu trinken


Ihr einigt euch auf die Anzahl Wünsche, die ihr miteinander teilen wollt. Wir schlagen vor, mal mit zwei Wünschen zu starten. 


Ihr zieht euch zurück (nehmt euch genug Zeit, ev. sogar über mehrere Tage) und bereitet die Übung für euch alleine und schriftlich vor. Ihr könnt z.B. pro Wunsch drei Spalten (wir können hier leider keine Spalten einsetzen) machen. Als Beispiel: 


Spalte 1) Wunsch
z.B. Ich wünsche mir, dass du dir mehr Zeit nimmst für mich

Spalte 2) Was verbirgt sich darunter
z.B. Gedanken: alles andere ist dir wichtiger, ich bin dir nicht wichtig, du liebst mich gar nicht mehr …z.B. Emotionen: Angst, vor dem Verlassen werden, Einsamkeit

Spalte 3) Bemerkungen (optional)
z.B. es fällt mir schwer darüber nachzudenken, weil es weh tut

Wenn ihr euch bereit fühlt, setzt ihr euch zusammen und teilt eure Erkenntnisse. Als Erstes nur eure Wünsche. Zuerst der eine, dann der andere. 


Achtet dabei darauf, wie es für euch ist, diese so bewusst auszusprechen. Andreas und mir ist das schwer gefallen, das ist deutlich hörbar an unserer Stimme und Sprechweise. (Da schwingt die Angst mit, den anderen zu verletzen und dann mit Konsequenzen umgehen zu müssen: Angriff oder verlassen werden). 


Der andere hört aufmerksam zu, schweigend. Und beobachtet sich selbst, wie es für ihn/sie ist, diesen Wunsch so zu hören und was dabei auftaucht. (z.B.: Ich bin nicht gut, so, wie ich bin)


Dann folgt eure Reflexion. Was ist euch selbst bewusst geworden, was steckt unter euren Wünschen? Welche Gedanken, welche Emotionen, welche alten Geschichten? Teilt euch diese mit: der eine spricht, der andere hört schweigend zu. Dann könnt ihr euch auch austauschen. Achtet dabei darauf, dass ihr nicht ins Rechtfertigen kommt. 


Falls es sehr schwierig wird für euch, dann unterbrecht die Übung und sammelt euch einzeln (bewegt euch und trinkt ein Glas Wasser) und dann kommt ihr wieder zusammen. Aber erst, wenn sich beide wieder bereit fühlen. 


Am Schluss bedankt ihr euch beieinander für das Teilen. Schaut mal für euch, wie ihr euch jetzt fühlt in Bezug auf den anderen.