Episode 1

Warum wir diesen Podcast machen und was du davon erwarten kannst.
Wie bewusste Kommunikation das Fundament für eine liebevolle und verständnisvolle Partnerschaft bilden kann.

Zusätzliche Infos

Framing - was wir nicht meinen:

Der Begriff Framing beschreibt in Zusammenhang mit Kommunikation die Art und Weise, wie Botschaften präsentiert oder eben gerahmt werden, um z.T. eine bestimmte Wirkung zu erzielen, inkl. Manipulation durch z.B. gezielte Wortwahl. Davon distanzieren wir uns. 


Framing - was wir meinen:

Wir meinen mit Framing, dass ihr euch ganz bewusst und achtsam einen Rahmen schafft, in welchem euer Paar-Gespräch möglichst konstruktiv und ungestört stattfinden kann. Dies soll helfen, Missverständnisse, die Teil unserer Kommunikation sind, zu minimieren. Es bedeutet, dass ihr es euch wert seid, nicht zwischendrin zu sprechen, sondern euch mit voller Aufmerksamkeit auszutauschen. 


Falls ihr mit dem Gespräch eine Absicht oder ein Ziel verfolgt, solltet ihr das offenlegen. Euer Lieblingsmensch würde es sowieso spüren und dieses Unausgesprochene stört das konstruktive Gespräch. Ihr solltet das Gespräch nicht für Manipulation missbrauchen und euch stattdessen ehrlich mitteilen, gewaltfrei. 


Konkret: 

  • Einen Zeitpunkt und Ort vereinbaren, wann und wo das Gespräch stattfindet. Der Termin ist heilig und wird nur im grössten Notfall verschoben. 
  • Ev. einen zeitlichen Rahmen/Dauer vereinbaren. 
  • Vorgängige Bekanntgabe des Themas, damit sich beide vorbereiten können. 
  • Falls die Absicht für das Gespräch bekannt ist, auch diese mitteilen. 
  • Schaffen eines ungestörten Feldes für das Gespräch unter vier Augen: Handy aus, Kinder betreut … (das ist ein Gespräch unter euch als Paar und eure Kinder sind nicht Teil davon)
  • Ihr bereitet euch beide vor und stellt sicher, dass ihr aufmerksam am Gespräch teilnehmen könnt und nicht noch in Gedanken anderen Dingen nachhängt oder beinahe einschläft. 


Das Check-in

Das Check-in ist vor allem auch im Setting von Gruppenprozessen bekannt. Ziel ist es, die Gruppenmitglieder gedanklich und emotional abzuholen, die Aufmerksamkeit zu bündeln und eine offene Atmosphäre zu schaffen. Wir wenden den Grundgedanken des Check-ins auf das Paarsetting an. 


Warum ein Check-in?

Wir tun dies, weil wir der Meinung sind, dass sich Paare viel zu oft über Geschichten, Fakten, to do’s und die Kinder unterhalten, anstatt sich ehrlich mitzuteilen, wie es ihnen geht. Das Check-in bietet einen guten Rahmen für den Austausch zu den eigenen Gefühlen, welcher wiederum die Verbundenheit herstellen oder stärken kann. 


Vorbereitung

  • Einen Zeitpunkt und Ort vereinbaren, wann und wo das Gespräch stattfindet. Der Termin ist heilig und wird nur im grössten Notfall verschoben. 
  • Das Gespräch sollte regelmässig stattfinden, mindestens 1 Mal pro Woche. 
  • Es geht um die Gefühle und nicht um Geschichten. 
  • Schaffen eines ungestörten Feldes für das Gespräch unter vier Augen: Handy aus, Kinder betreut … (das ist ein Gespräch unter euch als Paar und eure Kinder sind nicht Teil davon)
  • Ihr bereitet euch beide vor und stellt sicher, dass ihr aufmerksam am Gespräch teilnehmen könnt und nicht noch in Gedanken anderen Dingen nachhängt oder beinahe einschläft. 


Ablauf

  • Jemand beginnt. Ihr stellt den Timer auf z.B. 5min. 
  • Der eine spricht und beschreibt, wie es ihm/ihr geht. Aus dem Moment heraus. 
    Bsp.: Ich spüre Anspannung im Körper, ich fühle mich müde und einsam, unser Streit von heute Morgen beschäftigt mich noch sehr. 
  • Der andere hört aufmerksam zu und ist dabei still. 
  • Am Ende der 5min bedankt ihr euch und wechselt die Rollen. 
  • Wichtig: Es findet danach kein Dialog statt, sondern das Gesagte bleibt unkommentiert stehen. Falls aus dem Check-in mehr Redebedarf entsteht, vereinbart ihr ein längeres Gespräch. 


Seid kreativ

Lasst eurer Kreativität freien Lauf und verwendet z.B. Metaphern, wie einen Wetterbericht, eine Befindlichkeitsskala oder ein Energiebarometer. Ihr könnt aber auch zusammen 1min in Stille sein, um im gemeinsamen Moment anzukommen oder euch 1min schweigend in die Augen schauen udn euch dann mitteilen, was ihr in den Augen des anderen seht. 


Eine bekannte Form eines solch strukturierten Gesprächs ist das Zwiegespräch nach Michael Lukas Moeller. Es ist eine bewährte Methode, um die emotionale Tiefe und Verständigung in engen Beziehungen zu stärken. Der Schlüssel zum Erfolg liegt in der klaren Struktur, der regelmässigen Durchführung und der konsequenten Einhaltung der Gesprächsregeln. Das Hauptziel besteht nicht darin, Konflikte zu lösen, sondern darin, einander besser zu verstehen – und genau das fördert langfristig eine gesunde und vertrauensvolle Beziehung.


Ihr findet im Netz viele Infos und Moeller hat auch zwei Bücher veröffentlicht: 

  1. "Die Wahrheit beginnt zu zweit: Das Paar im Gespräch" (Erstausgabe 1995) – Dieses Buch beschreibt ausführlich die Methodik des Zwiegesprächs und die dahinter liegenden psychologischen Konzepte.
  2. "Die Liebe wächst mit dem Zuhören" – In diesem Werk vertieft Moeller die Bedeutung des aktiven Zuhörens und des wechselseitigen Verstehens.